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16.06.2013

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23.02.2013

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17.12.2012

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Kardinal Joachim Meisner kommt nach Kevelaer

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17.03.2012

Interview Deutsch-Russischer Kurier mit Visitator Msgr. Dr. Hoffmann

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Predigten

Wallfahrt, Altötting 2011/Texte: Gen 12,1-4a; Mt 5, 13-16

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

letztes Wochenende war ich mit einer Gruppe von Gläubigen in Fulda, engagierte, gebildete Menschen, tätig in vielen Organisationen und mit ganz starkem Selbstbewusstsein. Beim Frühstück unterhielten sich zwei Frauen aus unserer Gruppe und es war leicht mitzuhören, worüber sie sprachen.
Eine der Frauen, ca 50 Jahre alt, klagte, sie könne morgens nicht mehr in den Spiegel schauen, es mache sie traurig, was aus ihrer schönen Haut geworden sei, und sie deutete auf ihr Gesicht. Ich werde alt, sagte sie.
Ich schaute rüber und sah ihre Traurigkeit.

Ja, Irgendwann beginnen wir, Männer und Frauen, zu spüren, dass unser Leben Grenzen hat,
unsere Kraft,
unsere Schönheit, Gesundheit.
Auch unsere Freiheit und unsere Zeit haben Grenzen.

Im Grunde spüren wir diese Grenzen Tag für Tag,
und wenn wir mal etwas mehr Zeit für uns haben, dann gibt es auch mal Panik, und kommt es zu Tränen… .

Es gibt aber auch Menschen, die es schaffen zu schmunzeln, die angesichts dieser Grenzen nicht verzagen, Lachen können, Anekdoten erzählen, ein Liedchen anstimmen… .
Das kann einem selbst und auch den anderen helfen, sich mit sich selbst zu versöhnen… .

Manchmal werden diese Grenzen auch von außen gesetzt: P. Bukowinski, der viele von uns getauft, vielen die Erste Hl. Kommunion gereicht hat, viele Paare heimlich getraut hat, saß fast 14 Jahre im Arbeitslager, und er schaffte es in den traurigsten Situationen seinen Mithäftlingen Mut zu machen, tröstete, unterhielt sich mit Ihnen, teilte seine ohnehin kleine Brotration mit ihnen.
Und was alle an ihm ganz besonders bewundert haben, - er war immer gut aufgelegt, ruhig, gut für einen Scherz zu haben.

Es war sein Glaube, der Ihm Kraft gab und mit dem er seinen Brüdern im Arbeitslager half zu überleben.
Als er dann entlassen wurde, kam er nach Karaganda, und obwohl er wusste, dass jede Taufe, jede Hl. Messe oder Trauung ihn wieder ins Gefängnis bringen kann, war er ständig unterwegs.
Was wäre aus uns Russlanddeutschen geworden, wenn es diesen Pater nicht gegeben, er uns nicht angespornt hätte, die Sprache zu pflegen, dem Glauben treu zu bleiben.

Ja, es gibt in unserem Leben Grenzen, körperliche und solche, die unsere Freiheit beschränken.
Und ein Christ blendet das nicht aus, er überwindet sie!, indem er ein Lied anstimmt, eine Anekdote erzählen, tröstet, gläubige Zuversicht ausstrahlt.

Ein Christ, katholisch, evangelisch od. orthodox,
ein Christ schaut nach vorne, weil er selbst getragen und gehalten ist von Gott! Deshalb sagt Jesus zu seinen Freunden, zu uns!!!
Ihr seid das Salz der Erde, Ihr seid das Licht der Welt,
und er meint:
ihr Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche seid ganz kostbare und wertvolle Menschen,
versteckt euer Licht nicht,
sondern stellt es auf einen Leuchter,
damit es allen im Haus, und in der Welt leuchtet.
Wer ein Lied anstimmt, wer jemand umarmt und tröstet, wer in dieser hartherzigen Welt dem Nächsten beisteht, ist ein Licht, und er sorgt dafür, dass das Leben lebenswert bleibt.
Es gibt so viel versteckte Depression, so viel Zukunftsangst, so viel Orientierungslosigkeit.
In so einer Zeit, gehört jedes Licht und Lichtlein auf den Leuchter, damit es in unseren Häusern, in unseren Kirchen, in unserer Gesellschaft hell bleibt.
Schon ein kurzes Gebet in der U-bahn für die Arbeitskollegen, ein Vater Unser für die Kinder in der Schule, oder mal die Enkelkinder zu sich nehmen, damit die Jungen Eltern wieder mal ausgehen können…und sich selbst nicht verlieren. Ein kleineres oder größeres Amt in unserer Landsmannschaft, in den Kirchen übernehmen - das alles sind ganz große Lichter, die das Leben schön und lebenswert machten.
Man könnte auch ohne Übertreibung sagen: Christen sind Fackelträger… .

Pater Bukowinski war nicht nur sehr groß von Gestalt, er war in der Zeit der Deportation und Verfolgung 1941 in Russland, auch ein großer Glaubenszeuge, ein Fackelträger bis zur letzten Stunde seines Lebens in Karaganda. Nun wünschen viele Christen in Russland, Polen und Deutschland, dass dieser wunderbare Pater, seelig und heilig gesprochen wird. Doch das Zeichen dafür muss Gott selbst geben, Und so beten viele Christen um ein solches Zeichen, beten um ein Wunder. Unsere Zeit braucht Wunder, sonst wird unser Leben nur noch von Nummern und Zahlen bestimmt. Beten wir also für ein konkretes Zeichen, für ein Wunder, damit Pater Bukowinski selig gesprochen werden kann.

Ich werde aus diesem Grund heute um 14.00 Uhr in der Gnadenkapelle eine Andacht halten und diese Bitte der Kirche in Russland, Polen und Deutschland mit den Gläubigen vor Gott tragen, auch die Gottesmutter um ihr Gebet bitten, dass dieser großartige Zeuge des Glaubens seeliggesprochen werde.
Wir beten in diesem Gottesdienst und dann auch in der Kapelle aber auch für all die Menschen, die die Deportation 1941 nicht überlebt haben. Die Historiker sprechen von 300.000 Russlanddeutschen, die durch die Umsiedlung nach Zentralasien und Sibirien ihr Leben verloren haben, rund ein Drittel der Russlanddeutschen! Es sind unsere Eltern und Großeltern, wir dürfen sie, die in der Erde Russlands ruhen nicht vergessen, und ihrer auch im Gebet gedenken. Amen.