28.03.2014

Schauen Sie sich die neuesten Termine an:

zu den Terminen...

Lesen Sie die Ostergrüße

>> zu den Ostergrüßen

Neue Pressemeldung zu Wallfahrten

Lesen Sie die Pressemeldungen ...

21.01.2014

Würdigung von Herrn Weihbischof em. Dr. h.c. Gerhard Pieschl

Lesen Sie den gesamten Text ...

26.11.2013

Lesen Sie die Weihnachtsgrüße von Weihbischof Dr. Reinhard Hauke und Visitator Msgr. Dr. Hoffmann

>> zu den Weihnachtsgrüßen

16.06.2013

Laden Sie sich den aktuellen Novosibirsk-Rundbrief als PDF-Datei herunter

>> Rundbrief herunterladen

23.02.2013

Lesen Sie die Predigt der Wallfahrt nach St.Antonius von Erzbischof Meisner

>> zur Predigt

21.02.2013

Lesen Sie die Ostergrüße des Vertriebenenbischofs Dr. Reinhard Hauke und Visitator Msgr. Dr. Hoffmann

>> zu den Ostergrüßen

19.02.2013

Aktuelle Termine für das Jahr 2013

>> zur Terminübersicht 2013

17.12.2012

Lesen Sie die Weihnachtsgrüße von Msgr. Dr. Alexander Hoffmann, Visitator DaR sowie Weihbischof Dr. Reinhard Hauke

>> zu den Weihnachtsgrüßen

28.07.2012

Kardinal Joachim Meisner kommt nach Kevelaer

>> mehr Infos...

17.03.2012

Interview Deutsch-Russischer Kurier mit Visitator Msgr. Dr. Hoffmann

Lesen Sie den gesamten Artikel


Predigten

Ansprache auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München 2010 [12.-16. Mai 2010]

Visitator Dr. Alexander Hoffmann

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Greencard, Bluecard, geregelte Zuwanderung, Überalterung der Gesellschaft, die Alarmrufe der Wirtschaft wegen eines großen Fachkräftemangels …
All diese Worte lassen schnell erkennen, dass wir in Deutschland längst auf die Zuwanderung angewiesen sind, und dass die Zuwanderung nicht allein von der Sorgenseite, sondern vielmehr als Chance für die Aufnahmegesellschaft gesehen werden muss.

Vor diesem Hintergrund ist die 3000-jährige Geschichte von Boas und Rut, die wir gerade gehört haben, doch sehr aktuell und wegweisend. Und manchen unter uns an die Vertreibungsgeschichte seiner Eltern oder seine eigene denkend, wird gedacht haben, diesen Boas hätten wir uns damals auch gewünscht. In den ersten Wochen und Monaten in einem fremden Land, das nun Heimat werden sollte

einen Boas -
sein zupackendes Wesen,
seine Interesse für den neuen Menschen, der da gerade vor einem steht,
sein Einfühlungsvermögen und Fürsorge
Gentleman ist er auch, er nutz die schwierige Lage der jungen Frau nicht aus.
Und – er ist in guter Weise ein echt gläubiger Mensch.

Boas, ist so etwas wie ein Idealbild eines Einheimischen und ein Idealbild für die Aufnahmegesellschaft. Aber er steht nicht für eine Utopie. Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte wissen durchaus von Menschen zu berichten, die wie Boas handelten.
Und sicher gab es auch die andere Erfahrung… .

Spürbar beim Vater oder Mutter, die niemals auch nur ein Wort über Flucht und Vertreibung sprachen, und auch gar nicht darauf angesprochen werden wollten, alles totschwiegen. Vielleicht stehen gerade die eigenen Erinnerungen vor Augen, dass man nun in der 2. Generation auch nur ungern über seine Herkunft redete, diese vielmehr verschweigen musste, wollte man nicht Ablehnung erfahren, und so erst jetzt im Ruhestand, wieder anfängt davon zu reden, - mit den Enkeln. Ich kenne einen alten ehrwürdigen Herrn aus dem Sudentenland. Ein hochgewachsener, sympathischer, besonnener Mensch. Lange Jahre als Gemeinderat in Bayern tätig. Als er rüberkam 1945 viel sein dunkles Haar auf, fortan hieß er der „schwarze Zigeuner“. Er lernte eine hübsche Großbauerstochter kennen, doch der Vater verweigerte den Segen, ¬- „mit diesem Fremden da“ hieß es abwertend. Die Junge Frau setzte sich aber durch. Sie heirateten, übernahmen ein Landgasthaus 100 km weiter und den dazugehörigen Hof. Die Familie lebt heute noch dort. Der Ort und das Haus sind seine Heimat geworden. Aber lange Jahre musste das Ehepaar mit dem Schimpfwort und Ausgrenzungen leben. Für ihn war seine Frau der Boas.

In den letzen 30. Jahren haben viele Vertriebene aus eigenen schmerzlichen Erfahrungen heraus bereitwillig den Aussiedlern, aus Polen, Rumänien und Russland geholfen, in der Neuen Heimat Fuß zu fassen. Sie übernahmen bereitwillig die Rolle des Boas. Engagiert bis auf den heutigen Tag, stärken sie bei den Aussiedlern die Hoffnung, dass alles gut wird, dass Beheimatung Zeit braucht, aber sie kann gelingen.

Doch die Boas-Rut Geschichte will nicht nur von gelungener Aufnahme und Integration sprechen, sie will noch einen Schritt weiter gehen.

Sie will sagen, Dein Leid, Dein Schicksal ist nicht sinnlos, sondern kann mit Gott einen tieferen und neuen Sinn erfahren, noch mehr – es kann in einem größeren Rahmen, im Rahmen Gottes zu Heil verwandelt werden. Die Fremde Rut ist nämlich zur Urgroßmutter des Königs David geworden, auf den wiederum der Stammbaum Jesu zurückgeht. In Gott kann Deine Geschichte zu Segen werden, zu Heil, für dich selbst und deine Kinder.

Es ist tröstend sagen zu dürfen,
Das Fremde ist für Gott nicht fremd, er baut damit die Zukunft. So macht die Geschichte von Boas und Rut unserem Land Mut, den Einheimischen Christen und den zugewanderten, es macht uns Mut nach Jahren des Ankommens, nun selbst zu einem Boas und Boa zu werden, denn unser Land und unsere Kirche braucht die Zuwanderer, Ihr Potential, Ihre Risikobereitschaft und das ganz andere Denken. Wir brauchen Menschen wie Boas, weil wir Menschen wie Rut brauchen, Deutsche und nicht Deutsche, mit Greencard und ohne. Oft kommen diese Menschen an mit tiefen Narben an Leib und Seele, und sie suchen in unserem Land Auskommen und Glück. Es liegt in unseren Händen, ob es zum Glück auch für uns selbst wird, für unser Land und unsere Kirche.