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17.03.2012

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Wallfahrt der Russlanddeutschen Altötting [11.07.2009]

Bischof Josef Werth, Novosibirsk

Sehr geehrter, lieber Pfarre Alexander, Visitator für russlanddeutsche Katholiken, liebe Mitbrüder im Priesteramt. Liebe Landsleute, liebe Pilger, Brüder und Schwestern in Christus!

Es ist mir eine große Freude, heute wieder den Wallfahrtsgottesdienst der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion zu leiten. Ich komme – wie sie wissen, - von Novosibirsk, Russland, ehemalig S.U. und ihr seid schon vor Jahren von dort hier her gekommen. Und obschon ich für euch so zusagen nicht mehr zuständig bin, so lässt mich euer Schicksal, euer Leben keineswegs kalt oder gleichgültig. Als ich vor 35 Jahren Karaganda verlassen habe und nach Litauen gegangen bin, um dort den Weg zum Priestertum zu betreten, habe ich vor allem euch, die Russlanddeutschen vor Augen gehabt. Ihr, und die Tatsache, dass Tausende russlanddeutsche Katholiken damals in der SU zerstreut im ganzen Lande ohne Priester, wie Schafe ohne Hirten, waren, das war die treibende Kraft, die mir geholfen hat, den Weg mutig zu betreten und zu gehen. Und jetzt, vor einem guten Monat, konnte ich schon mein silbernes Priesterjubiläum feiern. Herzlichen Dank für eure Unterstützung aller Art!

Liebe Brüder und Schwestern! Welche gewaltige Veränderungen sind in diesen Jahren geschehen !!! …
Gesten habe das Werk Kirche in Not in Königstein besucht. Dort kommen vorbei, sind zu Gast, Bischöfe und Priester aus aller Welt. Gerade war ein Priester aus Venezuela und Polen, Bischöfe aus Vietnam da… Und ich erinnerte mich an mein Noviziat in den 70er Jahren. Es geschah im Untergrund. Niemand durfte davon wissen. Ein zweiter Mitnovize ist schon bald ins Gefängnis gekommen und ich blieb allein. Und als ich so alleine – selbstverständlich unter der Leitung von P. Magister, meine Übungen machte, - kam mit manchmal ein Wunsch über: Wie wunderbar wäre es, wenn ich auch nur für kurze Zeit durch den eisernen Vorhang durchkäme und mit Novizen irgendwo in Deutschland gemeinsam beten und sich austauschen könnte. Und da habe ich erneut begriffen, was für eine Gnade ist, für uns in Russland und für euch hier in Deutschland, dass wir heute die Weltkirche, die allgemeine christlich-katholische Kirche so erleben können. Wie müssten wir das schätzen und dafür Gott danken!!!

Liebe Landsleute! Unser Leben kann nicht aus lauter Erinnerungen bestehen. Und doch erinnere ich mich gerne an die Zeit der Vergangenheit. In der Familie, zu Hause, bei Hausarbeit oder auch sonst, hat unsere Mutter oft leise so vor sich hin gesungen. Ich kann mich noch an einige Lieder erinnern. Z.B.: „Wir ziehen zur Mutter der Gnade, zu Ihrem hochheiligen Bild“. Heute kann ich nur staunen darüber und die Mutter bewundern… Wo weit und breit – geschweige Wallfahrtsorte -, kein einziges Kirchlein gab, - da machte die Mutter Wallfahrt im Geiste. Sie sang mit aller Sammlung ihr Lied, in den Steppen Kasachstans, zur Zeit des kämpferischen Atheismus, so als gebe es diese glaubensfeindliche, Gottesfeindliche Macht nicht, als gäbe es den eisernen Vorhang nicht, als stünde sie vor dem gnadenreichen Bild Unserer Lieben Frau von Altötting oder eines anderen Gnadenorts…
Wir heute sind aber tatsächlich da … Es ist kein Traum … Es ist Wirklichkeit … Und wiederum müssen wir Gott danken, und dieses Geschenk, diese Gnade schätzen lernen …

Ich knüpfe jetzt an das Grußwort des Bischofs von Passau, Wilhelm Schraml an. Er erinnert uns, dass wir Russlanddeutsche, Volk auf dem Weg sind. Und ich denke, es ist gut so, gut Volk auf dem Weg zu sein. Wir alle haben schon oft über das Schicksal unseres Volkes nachgedacht, oft bedauert, dass es alles so gekommen ist: Vertreibung aus der Heimat an der Wolga, Odessa oder anderen Orten, das Hin und Her in Mittelasien und Sibirien, und dann all die Strapazen, die mit der Auswanderung nach Deutschland verbunden waren, Wie schön wäre es doch gewesen, wenn wir in Schönchen, Wittmann, Gattung, Mariental, Luji, Kleinliebental, Karlsruhe, Speyer, usw., hätten leben können, wie noch unsere Großeltern und Urgroßeltern gelebt haben. Eigener Obstgarten, Wassermelonen, Weinkeller… Mit einem Worte: Paradies! Täuschen wir uns aber nicht!

Wir, Menschen, - alle Menschen, nicht nur Russlanddeutsche, - sind nur Pilger auf Erden. Und wie bald vergessen wir das, besonders im Wohlstand…
„Gerade hier bei unserer Lieben Frau von Altötting dürfen wir uns beheimatet wissen, bei der Mutter unseres Herrn und letztlich bei Jesus Christus selbst“ sagt uns der Bischof Wilhelm.

Nur im Glauben können wir den Sinn des Lebens begreifen und verstehen … Nur im Glauben könne wir das tragische, leidvolle Schicksal unseres Volkes verstehen und hinnehmen …
Der Bischof zitiert den Hl. Vater Benedikt XVI, der hier in Altötting, bei seiner Wallfahrt 2006 gesagt hat: „Von Maria lernen wir die helfende Güte, aber auch die Demut und Großzügigkeit, Gottes Willen anzunehmen und ihm zu vertrauen, ihm zu glauben, dass seine Antwort, wie sie auch sein wird, das wahrhaft Gute für uns, für mich ist.“
Das heißt für uns, dass wir das Leiden unseres Volkes, der Russlanddeutschen, im XX. Jahrhundert, nicht beklagen und bedauern sollen, sondern vor Gott hintreten und versuchen zu verstehen, dass all das, wie Benedikt sagt, „das wahrhaft Gute für uns, für mich ist“.

Wir sind frohen Mutes und schreiten auf unseren Pilgerweg voran. Die Feiglinge lassen ihre Fahnen auf dem Schlachtfeld zurück und fliehen. Wir aber wollen heute eine neue Fahne weihen. Die soll uns neuen Mut auf unserem Weg machen.

Auf der Fahne finden wir das Bild, die Ikone der Hl. Familie: Jesus, Maria, Joseph. Die waren auch, wie´s heute im Evangelium steht, auf Wallfahrt gegangen. Nach Jerusalem. Die waren auch im Leben auf Flucht, nach Ägypten verfolgt im eigenen Land. Maria, die Schmerzhafte, musste sehen, wie ihr einziger Sohn am Kreuz verblutet und stirbt.
Und doch können wir sicher sein, dass es keine glücklichere Familie auf der Welt gab, als diese. Und aus keiner Familie ist für die Welt solch ein Segen gekommen, als aus dieser. Von ihr kam der Heiland, das Heil für die ganze Welt. Das wurde möglich nur, weil Jesus, aber auch Maria und Joseph, Gottes Willen angenommen und ihm vertraut, ihm geglaubt haben, dass seine Antwort, wie sie auch sein wird, das wahrhaft Gute für uns, für die Welt ist. (Vater, nicht wie ich will, sondern wie Du!)

Das Kreuz auf der Fahne ist zugleich Symbol für den Weg aus allen vier Himmelsrichtungen. Und die Ikone der Hl. Familie im Vordergrund des Kreuzes unterstreicht noch einmal: Im Kreuz ist Heil.“ Und noch finden sie auf der Fahne das Symbol des hl. Klemens: Das Ankersymbol an den vier Ecken der fahne. Dieser Heilige ist dem Märtyrertod gestorben auf der Krim. Er wurde an einen Anker gebunden und im Schwarzen Meer ertränkt. Wie wir wissen ist die Halbinsel Krim später Teil des Russischen Reiches geworden und als die Diözese Saratov-Tyraspol 1848 gegründet wurde, ist der hl. Klemens zum Schutzpatron geworden. Wir verehren ihn auch heute noch als unseren Schutzpatron.

Also, meine lieben Landsleute, Brüder und Schwestern in Christus! Nun seid ihr mit einer neuen Fahne gerüstet.
Jesus sagt: der Himmel braucht Gewalt, und nur wer Gewalt anwendet, reißt ihn an sich. Endziel all unserer Wege und Kämpfe ist der Himmel, ist Gott selbst. Wir befinden uns ständig im Kampf. Wir wollen die Mauern der himmlischen Stadt erstürmen. Nicht die Engel stehen dort auf den Wänden und wollen uns nicht hinein lassen! Der böse Feind, die Welt und unsere menschlichen Schwächen sind es. Aber vertrauen wir Gott und glauben wir Ihm. Und Er wird es fügen.

Amen.